Stromversorgung

Trennstrich

Zum Thema Stromversorgung sind im Vorfeld einige Punkte zu klären:

Wie lange ist die Gesamtlänge der Bahn?
(Stichwort Zusatzeinspeisung)
In der Regel haben normale Sets 6 bis 12 Meter Bahnlänge. Da kommt man mit einer einzigen Stromeinspeisung gut hin. Es gibt von Tyco (Mattel) und auch Tomy auch größere Bahnen mit 18 Meter, da wird es unserer Erfahrung nach schon eng - insbesondere, wenn die Schienen nicht mehr niegelnagelneu und die Kontakte etwas korrodiert sind (was übrigens sehr schnell der Fall ist). Wir haben mit einer Einspeisung pro 10 Meter die besten Erfahrungen gemacht.

Ist die Bahn temporär oder permanent aufgebaut?
(Stichwort selber verkabeln oder vorgefertigte Steckverbindungen verwenden)
Das Anstöpseln der serienmäßigen Stecker direkt an die Schiene ist nicht gerade der Bringer. Dies gilt sowohl für das Netzteil wie auch (vor allem) für die Controller. Stromtechnisch ist das kein Problem, es lässt aber keine Freiräume für Zusatzeinspeisung, flexiblere Spieler-Standorte, schnelle Controllerwechsel etc. Außerdem sieht's bescheiden aus. Für temporäre Bahnen, die immer wieder auf- und abgebaut werden, gibt es eigentlich keine großen Alternativen. Ist die Bahn jedoch permanent installiert, sollte man sich ein paar Gedanken zur alternativen Stromversorgung machen.

Auf dem Boden oder auf einer Platte?
(Stichwort Verkabelung unter der Platte)
Idealerweise befindet sich die Bahn auf einer Holzplatte in Tischhöhe. Das lässt Platz für eine unter der Platte laufenden Stromversorgung. Außerdem ist es ergonomischer, man läuft nicht durch die Bahn und die Höhe hält den vom Laufen aufgewirbelten Staub ab.

Mit welchen Fahrzeugen wird gefahren (Standard oder "heiße" Renner)?
(Stichwort Stärke des Netzteils)
Da die Fahrzeuge teilweise extrem unterschiedliche Stromaufnahmen haben, sollte der Auswahl des Netzteiles Beachtung geschenkt werden: LifeLike, Tyco und Konsorten haben eine maximale Stromaufnahme von etwa 1 Ampere. Ein getunter BSRT oder Patriot kommt etwa auf 3 A. Da wird schnell klar, dass ein normales Steckernetzteil, das insgesamt 1A bringt, recht schnell ins Schwitzen kommt.
Trennstrich

Verkabelung

Wir wollen hier mal den Idealfall aufzeigen: eine fest installierte Bahn, um die 20 Meter, vierspurig, montiert auf einer Holzplatte.

Für das Projekt benötigen wir etliche Meter Boxenkabel (1,5mm2) sowie Steckverbinder, Bananenbuchsen, -stecker, Aderendhülsen und was zum Löten. Wir haben Nachfolgendes mit einer Tyco-Bahn gemacht.

Von den Anschlußschienen werden die Konsolen abgeschnitten und die drei Metallfahnen um 90 Grad nach unten abgebogen. Optional kann man die Fahnen von unten noch mit Heißkleber fixieren. Obacht: es kann sein, dass sich dabei der Slot aufweicht und verschmilzt!.

Anschlussschiene unten

Die Fahnen werden durch drei gebohrte Löcher in der Holzplatte gesteckt. Diese Methode ist vor allem bei vierspurigen Bahnen mit Zusatzeinspeisung enorm hilfreich, weil ja zwei Anschlußschienen nebeneinander gesetzt werden müssen und man diese nicht einfach umdrehen kann. Außerdem sieht's besser aus, wenn man nichts mehr von der Verkabelung sieht. Da wir eine vierspurige Bahn mit zwei Einspeisungen machen, benötigen wir also vier solcher Anschlußschienen.

Die Platte erhält an geeigneter Stelle zwei oder vier "Konsolen", an denen die Fahrer stehen. Bei einer vierspurigen Bahn zwei Fahrer an der einen und zwei an der anderen Seite zu positionieren, ist zwar auf den ersten Blick clever, aber in der Praxis ein ziemlicher Mist: wenn beim Rennen die Spur gewechselt wird und man dann "auf die andere Seite" muss, hat man eine völlig neue Perspektive. Alle mir bekannten Fahrer finden das nicht witzig ...

Wir haben ein Nut- und Federbrett in der Mitte geteilt, mit einer Abschlußleiste versehen und an die Platte angesetzt. Die Konsolen dienen zum Einstecken der Controller und zur Ablage von Autos, Kaffee/Bier, Controller etc. Es empfiehlt sich, zwei Bretter mit etwa einem Meter Abstand zueinander zu montieren; dann können vier Fahrer jeweils an einem Ende der Konsole stehen, ohne sich zu behindern. In die Konsole werden für jede Spur drei Bananenbuchsen eingebaut: zwei für die eigentliche Regelung und die dritte für die Bremse (siehe Controllerseite). Die Controller werden logischerweise alle mit Bananensteckern versehen.

Konsolen
Zielgerade mit Anschlußschiene und Lichtschranke sowie den zwei Konsolen

Jetzt geht's ans Verkabeln: vom Netzteil müssen zunächst Plus und Minus auf eine Reihe gebrückter Lüsterklemmen oder Steckverbinder gelegt werden. Von dort aus kann man dann die einzelnen Spuren / Konsolenplätze anfahren. Minus geht sowohl an jede Spur an jeder Einspeisung als auch an die Konsolen (wenn die Bremse eingebaut werden soll). Die Plusleitung wird an die Konsolenplätze gelegt (Buchse 1) und von Buchse 2 zurück an alle Einspeisungen der jeweiligen Spur. Eigentlich ganz einfach. Der Anschluß der Kabel an den Anschlußschienen ist - zumindest bei Tyco - sehr einfach: ein billiger KFZ-Stecker (Schuh) passt genau auf die Fahnen. Übrigens sollte auf jedes Kabel erst eine Aderendhülse montiert werden, bevor es in eine Lüsterklemme, Bananenstecker etc. geschraubt wird.

Konsolenverkabelung

In der Grafik unten ist alles nochmals detailliert aufgezeigt (draufklicken für eine vergrößerte Ansicht in neuem Fenster):

Verkabelung

Wer es noch etwas nobler gestalten möchte, kann sich zusätzlich noch einen Kreuzschalter einbauen zur Fahrtrichtungsänderung und einen Kippschalter für Bremse ein/aus (da kann man aber auch einfach den Stecker ziehen). Beachtet bitte, dass über die Leitungen bis zu 4 Ampere gehen können, also die Schalter entsprechend dimensionieren. Anschlußplan kommt unten.

Zusatzschalter
Trennstrich

Auswahl des Netzteils

Wie eingangs bereits erwähnt hat das Netzteil einen nicht unwesentlichen Anteil daran, ob eine Bahn Spaß macht oder nicht. Benutzt man beispielsweise ein Steckernetzteil, das 1A / 16V liefert und fährt mit zwei Autos voll am Limit, so ergibt sich bei einer Stromaufnahme pro Auto von 1A bei jedem Gasgeben ein deutlicher Spannungsabfall. Den gleicht man dadurch aus, dass man einfach mehr Gas gibt. Fliegt der Eine jedoch mit seinem Auto ab, bekommt der Andere sofort die volle Leistung ab und fliegt gleich hinterher, weil sein Auto plötzlich viel stärker beschleunigt. Dieses Verhalten kann man leicht mit jeder Bahn mit Steckernetzteil nachvollziehen.

Es folgt Punkt 1: ein Netzteil mit ausreichend Leistung. Fünf, sechs Ampere dürfen es schon sein.

Die Spannung bei der Tyco- / Tomy-Fraktion mit Steckernetzteil liegt bei 16 Volt. Effektiv übrig bleiben beim Fahren davon noch etwa 14 Volt. Erhöht man die Spannung auf 18 bis 20 Volt, packen das die Fahrzeuge ohne Probleme und das Fahren macht noch mehr Spaß. Renner mit heißen Ankern oder anderweitig getunte Autos benötigen sowieso eine höhere Spannung (in USA fährt man mit zwei Autobatterien, also 24V), was uns direkt zu Punkt 2 bringt: ein Netzteil mit regelbarer oder umschaltbarer Spannung.

Als gute Lösung ergeben sich regelbare Labornetzteile, die es in den unterschiedlichsten Leistung- und Preisklassen gibt (ab etwa 120 Euro). Ich habe mir ein Netzteil gebaut, das von 0 bis 30V regelbar ist und bei 18V ca. 7A liefern kann. Zusätzlich wurden noch einige fette Puffer-Elkos eingesetzt, die bei Bedarf auch die Stromspitzen befriedigen.

selbstgebautes Netzteil selbstgebautes Netzteil

Auch keine schlechte Alternative ist, für jede Spur ein eigenes Netzteil zu verwenden. Das verhindert auf jeden Fall, dass ein Abflieger keinen anderen mitreißt. Will man dies mit den serienmäßigen Steckern machen, benötigt man pro (zweispurige) Bahn und Einspeisung zwei Anschlußschienen und steckt jeweils nur einen Controller ein. Bei einer eigenen Verkabelung ist das weniger ein Thema - man muss lediglich die Brücken entfernen und die vier Netzteile anschließen.

Als guter Wert für die Standard-Fahrzeuge hat sich eine Spannung von 18V ergeben - Renner fahren am Besten mit 20 bis 22 Volt.

Trennstrich

kein Menü auf der linken Seite?

Quellen:
alle möglichen Seiten in USA (siehe unsere internationalen Links)