Historie Fahrbahnen Fahrzeuge Chassis Sets |
Playcraft |
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HistoriePlaycraft war in den 50er Jahren ein Hersteller von Modelleisenbahnsystemen in England. Als Tochterunternehmen der Firma Mettoy wurden Eisenbahnsysteme des französischen Herstellers Jouef in England vertrieben. 1956 verschmolzen die beiden Firmen zu Mettoy Playcraft. | ||
![]() Derek Brand, der 'Vater' aller H0 Slotcars | ||
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Derek Brand, 1926 in England geboren, war in den 50er Jahren bei der Firma Gowland in der USA mit der Entwicklung von Spielzeug betraut. Er leistete massgebliche Vorarbeit auf dem Gebiet des Spritzgiessens im Spielzeugbereich. Lange laborierte er an der Entwicklung von motorgetriebenen Modellautos. Gowland veräusserte unterdessen seine Firma an Carl Robinette, in dessen Tochterfirma Crafco Derek Brand weiter angestellt blieb. Mit Carl Robbins einigte er sich für das Autobahnsystem auf den Maßstab 1/87 in Anlehnung an den H0 Maßstab der Modelleisenbahnen. In dieser Zeit gelang Derek Brand der Durchbruch in der Entwicklung seines Systems. Nach erfolglosen Versuchen mit Motoren aus Modelleisenbahnen (die an der Baugrösse scheiterten) entwickelte er das Türklingel-System, das unten näher beschrieben wird. Auf der Suche nach Lizenznehmern wurde Crafco 1958 in England fündig. Da dort schon Rennbahnen im Maßstab 1/32 von Scalextric angeboten wurden, entschied man sich zu dem Schritt über den Atlantik. In Mettoy fand man einen potenten Partner, der sich bereits im Modellautobereich (Corgi) etabliert hatte. Mettoy erwarb von Crafco nicht nur die Lizenz zum Bau dieses Fahrbahnsystems, sondern mietete von dort auch die Werkzeuge zur Produktion. Nachdem die Produktion im Jahr 1958 angelaufen war, wurde das System 1959 auf der Brightoner Spielwarenmesse der Öffentlichkeit präsentiert. Damit gilt das Playcraft Highways System zu den ersten Rennbahnsystemen im H0 Maßstab. Nachdem der Markt in England bereits durch das grössere Scalextric System dominiert war, blieb dem Playcraft Highway System der Erfolg allerdings verwehrt. | ||
TechnikFahrbahnenDie Schienen entsprechen der noch heute üblichen Breite von 3", also ungefähr 76mm. Die Spurweite beträgt 34,5mm (Tyco: 38mm), was durch die verhältnismässig kleinen Fahrzeuge ermöglicht wurde. Der Kontaktabstand liegt mit 15mm auf dem heute noch üblichen Wert. Die Kontaktenden sind an den Stirnseiten nach aussen umgebogen, um den Kontakt zur nächsten Schiene herzustellen. Die Verbindung der Schienen erfolgte mit 2 unabhängigen Einrichtungen: An den äußeren Enden sind 2 Stifte eingesteckt, welche die Position der Schienen zueinander fixieren. In der Mitte der Bahn wird danach ein U-förmiger Bügel eingesteckt, welcher die Kontaktenden gegeneinander verspannt, und die Schienen fest verbindet. Zur Produktion kamen nur eine 9" lange Gerade und eine Kurve mit 9" Radius. | ||
![]() Bild: Playcraft TrackBoxed | ||
FahrzeugeAuf der Brightoner Spielwarenmesse wurden von Derek Brand in Handarbeit 12 unterschiedliche Modelle präsentiert, von denen später jedoch nur 4 in Serie hergestellt wurden: Jaguar XK 140, Mercedes Benz 300SL, ein Ford LKW und für den angepeilten amerikanischen Markt ein 1958er Chevrolet Sedan. | ||
![]() Playcraft Mercedes Benz 300 SL ![]() Playcraft Jaguar XK 140 ![]() Playcraft Ford Stake Truck ![]() Playcraft Chevrolet Sedan | ||
ChassisDas Chassis der Fahrzeuge besteht aus einem Träger aus zinkdruckguss, welches die Achsen und den Antrieb aufnimmt. Der Motor ist ähnlich wie eine herkömmliche Klingel konstruiert. Die Spule hat in ihrem Inneren eine "Schubstange", welche zwischen einem unteren Kontakt und oberen Schwingelement gelagert ist. Wird über die Schleifer eine Spannung aufgebracht fängt diese Stange zu schwingen an, da durch die magnetisch induzierte Abwärtsbewegung der Strom unterbrochen wird und der untere Kontakt die Stange wieder hoch drückt, bis der Kontakt wieder geschlossen ist. | ||
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Das abgewinkelte obere Blech bringt durch diese erregte Auf- und Abwärtsbewegung das Fahrzeug in Bewegung, da es bei der Abwärtsbewegung auf die verzahnte Rolle trifft. Diese Technik hat den Fahrzeugen von Aurora - dem bekannteren Hersteller dieser Technik - den Namen "Vibrator" eingehandelt. Rennen konnten damit praktisch keine gefahren werden, aber die Hauptaufgabe war schliesslich auch, die Eisenbahnanlage durch fahrende Autos zu erweitern. Die Fahrzeuge arbeiten mit einer Spannung von 12V bis 18V. Interessant dabei ist, dass es sich dabei um Gleich- oder Wechselstrom handeln kann! | ||
![]() Chassis Teile | ||
SetsEs wurden vom Playcraft Highway System lediglich zwei unterschiedliche Sets verkauft: Set #1 enthielt neben den Fahrzeugen (Ford LKW und Chevy Sedan) 2 Regler, vier Geraden und vier Kurven, Set #2 enthielt die Fahrzeuge Jaguar und Mercedes, 2 Regler, Leitplanken, 4 Geraden und 8 Kurven. | ||
![]() ![]() Hier ist Set #2 abgebildet | ||
![]() Die Handregler von Playcraft - ein Augenschmaus ... ![]() Der letzte Playcraft Chevy in eBay (08/2001) kostete 1700 Dollar ... | ||