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Historie

Die Firma Tri-ang fertigte schon in den 30er Jahren unter der Bezeichnung MINIC Modellautos aus Blech mit Uhrwerkantrieb. In den späten 50ern wurden Plastik-Autos mit Schwungradantrieb gefertigt. Obwohl diese von MINIC nie einem bestimmten Maßstab zugeordnet wurden, entsprachen sie in etwa 00/H0. Diese Fahrzeuge kamen dann ohne Antrieb als Ladung auf verschiedenen Autozügen zum Einsatz. In diesem Zeitraum war bei MINIC auch der Gedanke an ein Strassensystem zur Unterstützung der Eisenbahn gereift. 1961 war es dann soweit: Auf der Hausmesse der Firma Tri-ang wurde der Öffentlichkeit das System MINIC MOTORING präsentiert. Auf mehreren Layouts wurden die Straßen und Prototyp-Fahrzeuge gezeigt. Die ersten Fahrzeuge waren der Rolls-Royce Silver Cloud, Jaguar 3.4, Humber Snipe, und auf der "Commercial" Linie ein Doppeldeckerbus, ein Überlandbus und ein Lastwagen.

Aufgrund der entwickelten Fahrzeuge ist erkennbar, dass über die gesamte Bauzeit kein Einsatz als Rennbahn gedacht war. Im Gegensatz zu anderen Herstellern, welche ihre Anlagen früher oder später auf Rennbahnbetrieb umgestellt hatten, hat MINIC konsequent am Straßensystem festgehalten. Das einzige Tribut an den Renneinsatz waren Hinweise auf den Packungen und Strassenfahrzeuge, welche mit aufgeklebten Nummern als Rennfahrzeuge präpariert wurden. Einzigartig ist dabei aber auch, dass MINIC wie kein anderer Hersteller an der Anbindung der Strasse an die Modelleisenbahn gearbeitet hat. Neben den üblichen Strasse-Schiene-Kreuzungen im Winkel 90°, gab es welche in flacheren Winkeln, Schienen auf denen Fahrzeuge und Züge auf der selben Fahrbahn fahren, es wurden automatisierte Bahnübergänge entwickelt (die allerdings nie in Serie gingen), eine Autoverladung und sogar ein Fahrzeugsystem, bei dem der Auflieger des LKW abgesattelt, und mit einem Adapter-Trolley an einen Zug angekoppelt werden konnte. Das Programm ist derart umfangreich, dass es ein eigenes Kapitel haben müsste.

Wie im Bereich der Anbindung an das Schienensystem, wurden viele durchdachte Zubehörteile entwickelt, um realistische Layouts zu ermöglichen. Das erste Zubehör bestand aus 5 Häusern, die allerdings nicht nicht einfach nur neben die Schienen gestellt werden konnten. Es gab zum Beispiel einen Bungalow, bei dem das Fahrzeug in die Garage gefahren werden konnte. Natürlich durfte ein Kamin mit Rauch nicht fehlen. Die Straßen konnten mit allen möglichen Abzweigungen versehen werden, einem Kreisverkehr, einspurigen Ausleitungen oder sogar einer funktionierenden Fähre. Das Zubehör "neben" der Straße wurde ergänzt durch Telefonhäuschen, Laternenmasten, Telegrafenmasten, Verkehrschilder usw. Diese Vielfältigkeit wurde MINIC allerdings auch zum Verhängnis: Da sich das Programm nicht nur im Lauf der Zeit ständig erweitert hatte, sondern das Zubehör und die Ausstattungen permanent wechselten, taten sich die Spielwarenhändler schwer, sich eine grosse Ausstattung ans Lager zu legen. Dies führte dazu, dass sich das System nicht so durchsetzen konnte, wie es geplant war. Im Jahr 1971 lief der Bereich MINIC MOTORWAYS endgültig aus, das letzte Lieferprogramm ist im Katalog 16 von 1970 aufgeführt.

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Fahrbahnen

MINIC ist neben Rasant und Heras der einzige Hersteller, der in der Entwicklung der Schienen völlig eigene Wege gegangen ist. Das mag daran liegen, dass sich die Natur auf abgelegenen Inseln immer getrennt vom Rest der Welt entwickelt, oder an der frühen Entwicklung, schließlich gab es da noch nicht viel abzukupfern.

Um der Straße ein realistischeres Erscheinungsbild zu verschaffen, hatte man auf die Kontaktschienen im 15mm Abstand verzichtet und diese an die Innenseiten des Slots verbannt. Um die Montage zu vereinfachen, wurden diese Kontaktschienen an der Unterseite lediglich gegen Herausfallen und Verschieben gesichert und von einer eingelegten Gummischnur auf Abstand gehalten. Die Schienen sind mit 89mm die Breitesten in diesem Maßstab, entsprechen aber mit einer Spurweite von 41mm dem Standard und mit der detaillierten Oberfläche am ehesten einer realen Strasse.

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Die Minic-Schiene links im Vergleich mit der Fallerschiene

Die Verbindung untereinander erfolgte mechanisch aus einer Kombination aus einem angespritzten Zapfen aus Kunststoff, und einem eingesetzten Stift aus Metall. Jeweils eine der Kontaktschienen steht über die Schiene hinaus, und schiebt sich beim Zusammenstecken hinter das Gegenstück. Somit kommen die MINIC Schienen seit jeher ohne jegliche zusätzliche Verbindungselemente aus. Die ersten Fahrbahnen waren aus grauem Plastik, welche kurze Zeit später durch schwarze ersetzt wurden.

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Wie schon in der Historie angedeutet existieren unzählige verschiedene Schienenvarianten: hier ein kleiner Überblick aus dem Katalog:

M1601 M1602 M1603 M1606 M1607

M1608 M1609 M1610 M1611 M1613

M1615 M1616 M1617 M1618 M1619

M1621 M1623 M1624 M1626 M1627

M1628 M1629 M1630 M1631 M1632

M1633 M1634 M1635 M1636 M1639


Ein typischer Minic-Aufbau:

Anlage
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Fahrzeuge

An den Chassis kann man die Ursprünge von MINIC deutlich erkennen: Modelleisenbahn und Blechspielzeug. Die ersten Chassis bestehen aus Messingblech, welches aufwändig ausgeschnitten und umgeformt wurde. Beide Achsen, Motor- und Getriebelager sind an einem Stück mit dem Chassis ausgeformt.

Bedingt durch die besondere Beschaffenheit der Stromführung in den Fahrbahnen, wurde auch für die Stromaufnahme in den Fahrzeugen eine besondere Entwicklung angestellt: In der kreisrunden Aussparung im Chassis vorne ist ein Kunststoffteil drehbar gelagert. In diesem wiederum läuft eine Art "Rolle", die im Slot den Strom abgreift und an die Motorkohlen weiter gibt. Die Rolle ist daher für Stromaufnahme und Führung der Fahrzeuge verantwortlich.

Stromabnahme

Die Motoranordnung wäre in späterer Zeit als "Sidewinder" bezeichnet worden. Der Anker ist quer zur Fahrtrichtung eingesetzt und treibt über ein 2-stufiges Getriebe die Hinterachse an. Das Messingchassis wurde bald durch ein Blechchassis mit Messingzahnrädern ersetzt. Für eine kurze Zeit gab es auch Kunststoffzahnräder.

Sidewinder Motor

1964 wurde ein neues Chassis eingeführt. Die Basis bildete hierbei ein Kunststoffteil, welches die Achsen und Motorlager bereits enthielt. Die aufwändige "Rollen-Schleifer"-Konstruktion wurde abgeändert: An einem drehbar gelagerten Kunststoffteil sind 2 Stifte für die Führung im Slot und quer zur Fahrtrichtung 2 gefederte kurze Schleifer angebracht. Diese leiten den Strom über lange Schenkelfedern an der Oberseite an die Motorkohlen weiter. Der Motor war eine Neukonstruktion, allerdings wieder aus der Modelleisenbahn adaptiert. Die Anordnung ist inline, mit einer Schnecke wurde der Antrieb der Hinterachse erreicht.

Abgeänderte Stromaufnahme
Abgeänderte Stromaufnahme mit gedrehten Schleifern

Alle Chassis von unten
Alle drei Chassis-Varianten (rechts das erste, links das letzte)

Alle Chassis von oben

Sämtliche Chassis gab es in unterschiedlichen Ausführungen, um den einzelnen Fahrzeugen und Radständen gerecht zu werden. Die Karosserien der ersten Fahrzeuge waren ausnahmslos Limousinen, da der Motor recht hoch baut. Sie sind aus Kunststoff gefertigt und sind mit vielen einzeln angebrachten Chromteilen detailliert. Der Jaguar 3.4 besteht z.B. aus 16 einzeln angebrachten Zierteilen, vom Grill über die Zusatzlampen, Türgriffe bis zur Nummernschildbeleuchtung. Der Rolls Royce hatte überdies mit der Kühlerfigur "Spirit of Ecstasy" ein äußerst fragiles Detail, welches kurze Zeit nach Produktionsstart wohl aus technischen Gründen unter den Tisch fiel.

Einzelteile
Auszug aus dem Handbuch

Im Gegensatz zu dieser übertriebenen Detailierung der Fahrzeuge vermisst man an der ersten Serie die Scheibeneinsätze gänzlich. Da dies wohl kaum an technischen Problemen liegen konnte, liegt es nahe anzunehmen, dass dadurch eine Überhitzung der Motoren (und damit eine Beschädigung der Karosserie) verhindert werden sollte.

Minic Humber Snipe
Minic Humber Snipe ohne Scheiben

Die zweite Serie an Fahrzeugen war deutlich ärmer dekoriert, was dem optischen Erscheinungsbild jedoch nicht abträglich war. Eine erstaunliche Vielzahl an Fahrzeugen wurde im 2. Katalog 1962 dargestellt, von denen jedoch nicht alle in die Produktion gingen. Der Feuerlösch-LKW, Mercedes 220SE, Mercedes 300SL, Austin A40, Jaguar E, Renault Floride wurden realisiert, der (schon in der Realität) extravagante Facel Vega fiel durchs Raster. Da die Chassis immer noch mit dem Sidewinder Motor liefen, fielen die Karosserien der Sportwagen im Bezug auf ihre Abmessungen deutlich zu hoch aus. Erst 1964 mit dem Inliner Motor wurden die Proportionen realistischer.

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