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Historie

Die Präsentation dieses Systems fand 1961 auf der Spielwarenmesse in Nürnberg statt. Damals wurde es noch unter "Hähnel Modellfahrzeuge - Alleinvertrieb HERAS" angeboten. Im selben Jahr wurde der Name auf "HERAS Modellstraßenfahrzeuge" geändert.

1964 versuchte man, den schleppenden Verkauf durch eine zusätzliche Vertriebsschiene anzukurbeln: das System wurde vom Modelleisenbahnzubehör Hersteller WIAD in Esslingen als WIAD Autostraßen angeboten. Allerdings konnte auch das den Erfolg nicht ankurbeln.

Heras Szene

Bedingt durch die schleppenden Verkäufe konnte kein Geld in Weiterentwicklungen investiert werden, wodurch der Einsatzzweck als Modelleisenbahnzubehör nicht wirklich erreicht werden konnte und sich deshalb wiederum nur wenige Interessierte Käufer an Land ziehen lassen konnten. Viele über die Jahre vollmundig angekündigte Neuerungen wurden nie hergestellt.

Als 1965 der Firmengründer von HERAS überraschend starb, war das Ende abzusehen. Die letzte Präsentation war auf der Spielwarenmesse in Nürnberg im Jahr 1967.


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Fahrzeuge

Um die Werkzeugkosten niedrig zu halten, kamen für die Fahrzeuge Karosserien des bereits eingeführten Herstellers Wiking zum Einsatz. Die Wiking-Fahrzeuge waren mit ihrem Maßstab von 1/87 bereits auf das H0-Modelleisenbahnsystem abgestimmt. Damit waren die HERAS Modelllfahrzeuge die einzigen "wirklichen" motorgetriebenen H0-Fahrzeuge. Die Wiking Karosserien wurden dazu mit einer angetriebenen Bodenplatte versehen. Das erste erhältliche Fahrzeug war ein Mercedes-Benz Omnibus der Baureihe O 6600H.

Bus

Bus gelüftet

Die Stromaufnahme erfolgte über eine hinter der Vorderachse drehbar angeordnete Kegelrolle ähnlich dem System des Herstellers Minic. Eigentlich war Anfangs die identische Technik geplant, aber nach Patentstreitigkeiten mit Minic nach der Messe 1961 musste das System geändert werden. Das Prinzip wurde danach einfach umgekehrt: während bei Minic die Kegelrolle zwischen den Stromleitern lief, war die Kegelrolle von HERAS in der Mitte eingekerbt und die Stromleiter liefen dazwischen, durch einen Isolator getrennt, als eine Führungsschiene.

Stromabnahme

Bei den Kleintransportern Mercedes-Benz O 319, L 319 und den PKWs Mercedes 220S und Opel Kapitän kam aus Platzgründen eine andere Technik zum Einsatz. Bei der Präsentation des Mercedes 220S auf der Messe im Jahr 1962 stand zwar schon ein verkleinerter Motor zur Verfügung, war jedoch noch nicht serienreif. Ein Jahr später war es dann so weit, als Motor diente der kleinere Marx Nanoperm und der Antrieb auf die Hinterachse kam ohne aufwändiges Winkelgetriebe aus. Durch die kurze Bauform der Fahrzeuge wurde die Kegelrolle zwischen den Vorderrädern angeordnet. Da sich die starre Achse nicht mehr einsetzen ließ, wurden die Vorderräder einfach unbeweglich am Chassis angeklebt. Die Hinterräder waren auch hier durch Gummiringe ersetzt worden.

Kleintransporter            Kleintransporter 2

Ein weiterer Unterschied zwischen dem Pullmann Bus und den anderen Fahrzeugen liegt in der Beleuchtung. Während der Bus noch mit einer Glühbirne ausgestattet war, welche das Licht über ein eingesetztes Plexiglasteil durch eigens in die Karosserie gebohrte Löcher als Scheinwerfer weiterleitete, wurde auf dieses Detail aus Platz- und Kostengründen bei den weiteren Fahrzeugen verzichtet. Der während der Bauzeit von Wiking gelieferte Pullmann Bus O 6600 H mit echter Verglasung kam genau wie weitere als Prototypen vorgestellte Fahrzeuge (Magirus Tanksattelschlepper und Büssing Doppeldecker) nie zum Einsatz bei HERAS.

Palette
Die Fahrzeugpalette

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Fahrbahnen

Das Schienensystem war bei HERAS einspurig ausgelegt. Das heisst, dass zum Aufbau mehrspuriger Strecken mehrere einspurige nebeneinander gelegt werden mussten. Allerdings gab es dazu keine aufeinander abgestimmten Kurven! Die Verbindung der Schienen untereinander erfolgte mechanisch mit angespritzen Laschen, welche in Aussparungen an der Gegenseite geschoben wurden. Allerdings ergab diese Verbindung lediglich eine Sicherheit gegen Verschiebung in Querrichtung.

Die elektrische Verbindung erfolgte über aufeinander geschobene Blechlaschen an der Unterseite der Fahrbahn. 1963 wurde die längere der beiden Laschen durch eine flach und kurz ausgeführte ersetzt. Beide Systeme waren untereinander nicht kombinierbar. Der Absatz an den Seiten der Fahrbahn war für ein Gehwegsystem vorgesehen, welches jedoch auch nie produziert wurde.

altes und neues System

Die Basisschienen waren eine Standardgerade mit 45mm Breite und 200mm Länge, sowie eine Gerade mit nur 50mm Länge. Die Kurven hatten als Basis einen Radius von 125mm und waren unterteilt in Segmente von 90° (1/1), 30° (1/3) und 7,5° (1/12) lieferbar.

Palette 1

Alle weiteren angekündigten Schienen kamen nie in den Verkauf. Geplant waren unter anderem eine 90° Kreuzung Straße-Straße und Straße-Schiene. Die Besonderheit war an der Straßenkreuzung die quadratischen Abmessungen, wodurch sich beliebig viele Segmente aneinander anordnen ließen. Der Bahnübergang konnte abgestimmt auf die Systeme von Fleischmann und Märklin geliefert werden.

Palette 2

Der eigentliche Clou war jedoch die Abzweigung. Abgesehen davon, dass sie seit 1962 beständig angekündigt wurde, aber dennoch nie lieferbar war, bot sie einige technische Besonderheiten. Auf der mechanischen Seite ist hervorzuheben, dass sie mit nur einem beweglichen Bauteil auskam. Dieses beinhaltete ein gerades und ein gebogenes Stück Stromleiter, welche in einem etwas größeren Abstand als in der Abzweigung angeordnet waren. Dieses Teil musste daher nur seitlich verschoben werden und man verzichtete somit auf jegliche drehbar gelagerte Teile.

Die Außenkontur war jedoch der ausgeklügeltere Teil: der abbiegende Teil verließ das gerade Stück unter einem Winkel von 37,5°. Durch Anbringung eines Kuvenstückes mit 7,5° und eines mit 30° waren die Schienenenden parallel angeordnet. Wurden jedoch 3 Kurvenstücke mit 7,5° und eines mit 30° in der anderen Richtung angebracht, waren die Enden genau 90° versetzt. Damit noch nicht genug, konnten 2 Abzweigungen aneinander gesetzt werden, wodurch sich 2 parallele Spuren mit integriertem Spurwechsel ergaben! Das folgende Bild zeigt die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten.

Abzweigung

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Sets

Die "Geschenkpackung" genannten Sets bestanden ausnahmslos aus den selben Bestandteilen. Originaltext aus dem WIAD Katalog von 1964:

Jede Geschenkpackung enthält in geschmackvollem, mehrfarbigem Karton 1 Modell-Fahrzeug, 4 gebogene und 6 gerade Straßenteile einschließlich Anschlussteil und einen Reinigungspinsel.

Den geschmackvollen Deckel der Packung zierte eine Straßenszene in einer Innenstadt mit dem Pullmann Bus als dominierendes Element.

Heras Geschenkpackung

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Quellen:
Der Omnibusspiegel, September 1989
WIAD Katalog 1964