Historie
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Historie

Dynamic wurde von Robert "Hi" Johnson Ende der 50er Jahre gegründet. Man befasste sich in erster Linie mit der Produktion von von Zubehör für Modellflugzeuge. Anfang der 60er Jahre, mit dem beginnenden Slotcarboom, weitete man das Programm durch eine Palette von Slotcar Chassis und Zubehör im Maßstab 1/24 aus.

Die Firma wurde 1964 von AMT, einem Hersteller von Automodellen aus Plastik, übernommen. Dadurch konnten ab diesem Jahr komplette Slotcars in 1/32 und 1/24 angeboten werden. In der Folgezeit gab es wohl keinen ernsthaften Slotcar-Racer, der nicht ein Fahrzeug oder zumindest Teile von Dynamic eingesetzt hatte. Viele Neuerungen in der Szene wurden von Dynamic auf den erfolgreichen Weg gebracht, zum Beispiel das Anglewinder-Chassis im Jahr 1969.

Nachdem Dynamic 1970 von AMT abgestossen wurde, versuchte man sich auf dem immer noch erfolgreich laufenden Segment der H0 Slotcars. Die H0-Schiene wurde unter dem Namen DynaBrute vermarktet. Nach einem Streit mit dem Firmeninhaber von Riggen wechselte Philippe de Lespinay (PDL) zu Dynamic, um Hi Johnson das von Riggen abgelehnte Prinzip der Anglewinder-Chassis anzubieten. Bei Dynamic rannte er offen Türen ein. Zum Einen wollte man sich ja auf dem H0-Segment betätigen, zum Anderen hatte man schon Erfahrung und Erfolge mit Anglewinder-Chassis.

Die Erfahrungen der großen Maßstäbe wurden auf die kleinen übertragen, und PDL als Chefkonstrukteur angeheuert. 1972 entwickelte er ein "Brass Chassis" - also eines aus Messing - mit schräg angeordnetem Motor, um gegen die Konkurrenz von Riggen und Cobra anzutreten. Es wurden in den Jahren 1972 und 73 gerade einmal ca. 10.000 Stück hergestellt. Nach diesem Misserfolg versuchte man sich danach mit "Aero Karosserien", wiederum als Zubehör für die Slotcars in 1/24, und wiederum erfolglos. 1977 kam der Firmengründer Hi Johnson bei einem Unfall mit einem Drachensegler ums Leben.

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PDL führte sein Chassis vor, bei dem der Mabuchi Motor unter 30° zur Hinterachse angeordnet war, und die Hinterachse über eine einstufige Getriebeübersetzung antrieb. Durch diesen Trick erreichte er, dass der Motor, und damit mehr Gewicht, näher an der Hinterachse platziert werden konnte. Diese Anordnung ermöglichte eine Übersetzung von 3,75:1, ein Wert, den andere Anordnungen zu dieser Zeit nicht erreichen konnten. Leider waren serienmäßig Moosgummireifen auf der Hinterachse montiert, welche die Vorteile der Konstruktion des Chassis wieder zu Nichte machten.

Anglewinder Prototyp
oben und unten: Anglewinder Prototyp von PDL

Anglewinder Prototyp

Die Vorderräder sind starr mit der Achse verbunden und nicht einzeln drehbar wie bei anderen Konstruktionen jener Zeit. Dafür war man mit den Rädern einen eigenständigen Weg gegangen: an Stelle der Reifen war am äußeren Ende der Felge lediglich eine umlaufende Lippe angespritzt. Wenn auch die frei drehbaren Räder mit weichen Gummireifen des Wettbewerbs eine Verbesserung des Fahrverhaltens auf unebenen Strecken erreichten, erhoffte man sich bei Dynamic mit dieser Ausführung die Reibung der Vorderräder zu verringern.

Serienchassis oben
Serienchassis von oben

Serienchassis oben

Die Bohrungen für die Vorderachse im Chassis ermöglichen die Realisierung von zwei unterschiedlichen Radständen. An einem Ausleger am Chassis ist der Führungssteg mit den Schleifern drehbar angebracht. Auch hier kommen technische Details zum Einsatz, die absolut neu waren: die eigentlichen Schleifer sind in dem "Slideguide" derart geführt, dass die Kabel in einer Lasche am vorderen Ende einfach eingelegt sind und nicht angelötet werden müssen. Ein Wechsel ist daher schnell und unkompliziert ohne jegliches Werkzeug möglich. Die Befestigung des Slideguides erfolgt mit einem aufgesetzten Messing-Drehteil, welches zusätzliches Gewicht auf die Schleifer/Vorderachse bringt.

Serienchassis unten
Serienchassis von unten
Karosserieaufnahme
Im Bild oben kann man (beinahe) die Aufnahme der Karosserie erkennen: der Rahmen rechts und links von der Bodenplatte ist vorne von oben eingehakt und somit "schwimmend" gelagert.

Bei der Karosserie-Befestigung ging Dynamic auch wieder eigene Wege: Der untere Rand der Karosserie wurde in einem eigens geformten Messingblech lediglich eingeclipst. Dieses Messingblech ist am vorderen Ende des Chassis ähnlich einem Scharnier vertikal drehbar gelagert, was für eine optimale Gewichtsverlagerung sorgen sollte. All diese technischen Innovationen führten dazu, dass das "Car Model Magazine" nach der Präsentation dem Fahrzeug das beste Handling aller Fahrzeuge dieser Zeit bestätigte.

Die Karosserien waren ausnahmslos aus Lexan gefertigt. Daran ist unschwer zu erkennen, dass die Fahrzeuge als Wettbewerber zu Riggen und Cobramite gedacht waren, und eher die professionellen Racer ansprechen sollten, als die Hobbyfahrer. Als Vorbilder dienten die üblichen Sportwagen jener Zeit wie Porsche 908, Daytona Charger, Camaro Z28 oder Chaparral, es gab allerdings auch einen Hot Rod Pick Up und einen VW Käfer. Der Vorteil von Lexan ist das geringe Gewicht, wodurch die Schwerpunktslage so niedrig wie möglich gehalten werden konnte. Leider enttäuschten die Karosserien betreffend Detaillierung und Proportionen. Nachdem sich Dynamic im Karosseriebau im Maßstab 1/24 eine hervorragende Reputation erarbeitet hatte, waren diese Ausführungen um so enttäuschender.

Nun folgen einige Fahrzeugvarianten ...
Datsun
Datsun 240Z
Camaro
Camaro Z28
Charger
Daytona Charger
Porsche 917
Porsche 917
Hot Rod Pickup
Hot Rod Pickup

Allerdings hatte das Ganze einen Wermutstropfen. Neben allen Problemen mit der Bereifung der Hinterachse und der mangelnden Qualitätskontrolle in der Produktion waren die Fahrzeuge einfach zu gross! Mit einer Länge von mindestens 75mm und einer Breite von 35mm sprengten sie jeglichen Rahmen. Die Fahrzeuge waren gegenüber der Konstruktion von PDL in der produktionsreifen Version nochmal um gut 10% angewachsen. Dadurch konnten die Fahrzeuge in der H0-Klasse nicht als "Out-Of-The-Box Racer" gefahren werden, denn keine Klasse dieser Zeit erlaubte im Reglement den Einsatz von Fahrzeugen in dieser Breite. Es scheint, als ob bei der Konstruktion der Fahrzeuge nicht ein Testrennen gefahren wurde: auf den normalen Kunststoffschienen von Aurora oder Tyco konnten 2 DynaBrutes aufgrund ihrer Breite nicht einmal aneinander vorbei fahren!!

Da der Markt in dieser "heißen" Phase der H0-Slotracer sehr gut bedient wurde, wurden Defizite wie die Bereifung und die mangelde Qualität in der Produktion äußerst negativ bewertet, speziell bei einer so gut eingeführten Firma wie Dynamic. All diese Punkte führten zu leidlichen Absatzzahlen und einem schnellen Abgang. Es ist bei den professionellen Racern kein Fahrer bekannt, der sich die Mühe gemacht hatte, einen DynaBrute in der Breite fürs Reglement anzupassen und bei Rennen einzusetzen. Somit verschwand dieses vielversprechende Konzept wieder in der Versenkung, ohne seine Vorteile ausspielen zu können.

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