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Historie

ATLAS stellte Anfang 1962 ihr Autobahnsystem vor. Schon der Name "H0 Motoring" legt nahe, dass es sich hierbei um ein zusätzliches Ausstattungsmerkmal für die bereits im Programm befindlichen Modelleisenbahnen in H0 handeln sollte. Ausserdem wollte man in dem ausserordentlich boomenden Markt der Rennbahnen keine Kunden verlieren.

Später wurde der Name durch den Zusatz "& Racing" ergänzt und die Sets als Rennbahnen vermarktet. Als einer der wenigen Hersteller wagte sich ATLAS auch an beide grösseren Maßstäbe 1/32 und 1/24. Als Faller sich mit dem Thema AMS auseinandersetzte, stand die Firma ATLAS in vielen Bereichen der Technik Pate. So wurden in den ersten Publikationen von Faller noch ATLAS-Autos vor Faller Gebäuden abgebildet. Die Konstruktionen der ersten Chassis und der Schienen waren von ATLAS nahezu unverändert übernommen worden.

Mitte der 60er Jahre, als der Boom einzubrechen begann, fing ATLAS an sich wieder verstärkt dem Kerngeschäft - den Modelleisenbahnen - zu widmen und stellte die Produktion der grossen Maßstäbe ein. Die Bestände dieser Maßstäbe wurden sowohl von einem Händler in den USA als auch wiederum von Faller aufgekauft.

Die Bahnen im Maßstab H0 wurden noch bis 1970 im Programm geführt. ATLAS ist in den USA heute noch tätig und stellt Modelleisenbahn-Systeme in verschiedenen Maßstäben her.

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Fahrbahnen

ATLAS übernahm von dem bereits bei Playcraft und Aurora eingeführten System die 3inch-Rasterung. Das heisst, dass die Schienen 3 inch (ca. 75mm) breit sind und die Standardgeraden 9 inch lang. Der Abstand der Kontaktschienen entsprach den bekannten 15mm, was eine Austauschbarkeit der Fahrzeuge gewährleistete. Die Spurweite beträgt 37mm, was einem heute wieder üblichen Wert voraus gegriffen war (Aurora 34,5mm, Tyco 38mm).

Bei der Gestaltung der Schienen wurde für die Verbindungen untereinander ein System entwickelt, welches gegenüber dem von Aurora verschiedene Vorteile aufwies. Die Stirnseiten waren glatt ausgeführt ohne jegliche überstehenden Teile zur elektrischen Kontaktherstellung. Die Positionierung der Schienen zueinander und die Übertragung des Stromes wurde mittels 4 Kontaktstiften bewerkstelligt, je Stromführung einer.

Atlas Handbuch zum Thema Schienen
Auszug aus dem Handbuch eines ATLAS-Sets

Der Vorteil dieser Konstruktion liegt in der einfachen Montage und der sicher gewährleisteten Verbindung für den Strom. Nachteilig kann allenfalls angeführt werden, dass eine "sichere" Fixierung nur durch zusätzliche Klammern von der Unterseite erreicht werden konnte.

Wenn man sich die Schienen von ATLAS und Faller näher anschaut, wird man wenig Unterschiede feststellen können. Ob ATLAS mit Faller ein Lizenzabkommen getroffen hat, wäre interessant zu erfahren ...

Faller - Atlas im Vergleich (top)

links die Faller-, rechts die ATLAS-Schiene

Faller - Atlas im Vergleich (sub)

Die Anzahl an unterschiedlichen Abmessungen der Schienen war für Anfang der 60er-Jahre beträchtlich. Neben Geraden in den Längen 3", 6" und 9" gab es Kurven in den Radien 6", 9", 12" und 15". Es gab gerade Schienen mit Spurwechsel, elektrisch und mechanisch zu schaltende Abzweigungen und Adapterschienen zu Aurora und später zum Marx-System.

Atlas Change-A-Lane

Atlas Abzweigung 9in Curves

15in Curves 12in Curves

oben: Spurwechsel, Abzweigung mechanisch, diverse Kurven.

Geraden-Sammlung

oben: Geraden-Sammlung (ein- und zweispurig)

rechts: Eine Besonderheit haben sich die Entwickler bei der Kreuzung einfallen lassen: diese ist quadratisch, mit den Abmessungen 3" x 3". Daher lassen sich durch den Einsatz mehrerer Kreuzungen aneinander beliebig viele Strassen ohne Zwischenraum kreuzen.

  Kreuzung
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Fahrzeuge

Die ersten Fahrzeuge waren recht einfach gestylte amerikanische Autos aus dem damaligen Strassenbild. Die Karossen waren einteilig mit angemalten Stoßstangen, die Dächer waren extra aufgesetzt. Dabei verwendete man Acrylglas, welches im Dachbereich von innen lackiert wurde und damit Dach und Scheiben am Stück realisieren ließ.

Chevy Impala Pontiac GrandPrix
oben: Chevy Impala, Pontiac GrandPrix
unten: Chevrolet Corvette, Ford T-Bird

Corvette Ford T-Bird

Im Laufe des Produktionszeitraumes wurde die Detaillierung deutlich besser. Es kamen verchromte, aufgesetzte Stoßstangen zum Einsatz und Kleinigkeiten wie Türgriffe, Zierleisten oder Scheibenwischer wurden angeformt. Die Spritzgießwerkzeuge wurden allerdings lediglich nachgebessert und nicht komplett neu entwickelt.

Ford Mustang 2+2

oben Ford Mustang 2+2 und unten Ford T-Bird in verbesserter Fertigungstechnik

Ford T-Bird
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Chassis

Die ersten Chassis von ATLAS bestanden aus einem Kunststoffteil als Basis, in das die Achsen eingesteckt sind. Schon damals hatte man durch Bohrungen 2 unterschiedliche Radstände für die Vorderachse vorgesehen. An die Unterseite sind Blechwinkel angenietet, welche unten die hinteren Enden der Schleifer aufnehmen und in die auf der Oberseite der Motor eingeclipst wird.

Atlas Standard Chassis von unten

Der Motor selbst ist ein inline angeordneter Blockmotor, der über ein Kronenrad und eine weitere Übersetzungsstufe die Hinterachse antreibt. Mit diesem Chassis war ATLAS technisch dem Marktführer Aurora mit den Vibrators zwar schon weit überlegen, konnte aber der unglaublichen Pace in den Bereichen Präsentation und Marketing nicht mithalten.

Atlas Standard Chassis von oben

Später wurden noch weitere Chassis entwickelt. Die grundsätzliche Idee mit Kunststoffchassis und aufgesetztem Motor wurde zwar beibehalten, jedoch wurden einige erstaunliche Features verwirklicht, die erst Jahre später wieder auftauchen sollten. Bei dem sogenannten "Midget" (Zwerg) Chassis ist das Kunststoffchassis Bestandteil des Motors. Die Ankerwelle ist in Messinglagern gelagert, welche in das Chassis eingesteckt sind. Auch die Kohlenhalter und Motormagnete werden direkt im Chassis gelagert. Der Antrieb erfolgt über ein Schneckengetriebe. Die Karosserie war bei diesen Chassis nicht verschraubt, sondern in C-förmigen Aussparungen in die Karosserie eingesteckt.

Atlas Midget Chassis

Bei der Version "Zinger" war man zwar wieder zum aufgesteckten Blockmotor zurück gekehrt, hier wird jedoch die Karosserie in seitlich am Chassis überstehende Nasen eingeclipst! Die Schraubstutzen sind an der Karosserie noch vorhanden, sie haben aber eine andere Funktion: in den vorderen Schraubstutzen kommt der Führunsstift und hinten ein Stummel zur Zentrierung der Karosse. Das System der seitlich gehaltenen Karosserie war dabei allen anderen Herstellern um Jahre voraus.

Atlas Zinger Chassis
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Quelle:
Frank Bonitz
screenhouse.de/vincent